Blühendes Barock

Blühendes Barock

Als Blühendes Barock werden die Gärten um das Residenzschloss in Ludwigsburg in Baden-Württemberg bezeichnet.

Südgarten

Die Südseite bildet den Haupteingangsbereich des gesamten Gartens: Ein breiter Zugangsweg wird von einem runden See unterbrochen. Links und rechts befinden sich Gartenanlagen im französischen Barockstil.

Nordgarten

Im Nordgarten hin zu Schloss Favorite liegen verschiedene Terrassen und eine barocke Broderie um ein Bassin mit Mittelfontäne. Außerdem finden sich dort Volieren mit exotischen Vögeln.

Oberer Ostgarten

Der Ostgarten im englischen Stil besteht aus zwei Teilen. Im oberen Teil befindet sich der Schüsselesee, um den historische Spieleinrichtungen wie Karussell, Schaukel, Schiffchenschaukel und Kegelbahnen aufgestellt sind. Außerdem wurde dort ein antikes Aquädukt, ein mediterraner Weinberg und ein Känguruhhaus mit Gehege errichtet. Dem Ludwigsburger Theologen David Friedrich Strauß wurde hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Denkmal errichtet. Der Sardische Garten ist eine 150 × 30 Meter große Freiflugvoliere die unter anderem mit Flamingos, Ibissen, Störchen und Stockenten besetzt, sowie mit einer typisch mediterranen Bepflanzung ausgestattet ist. In der Orangerie finden Blumenschauen und Kunstausstellungen statt. Der 30 Meter lange Posilippotunnel wurde 1801 als treppenlose Verbindung zum Unteren Obstgarten angelegt.

Unterer Ostgarten

Der untere Ostgarten wird von der Emichsburg im mittelalterlichen Stil überragt. Rund um eine große Rasenfläche gibt es das Tal der Vogelstimmen, den Astilben- und den Rhododendrongarten und mit dem Labyrinth einen Irrgarten. In den Steilhang unterhalb der Nordostecke des Schlosses ist der größte noch erhaltene Eiskeller einer süddeutschen Schlossanlage eingegraben. Das Gewölbe im Inneren ist rund 9,5 m hoch und 4,2 m breit. Der Zugang zum Schacht oberhalb des Gewölbes ist mit einer Strohhütte abgedeckt.

Märchengarten

Seit 1959 befindet sich im Ostgarten ebenfalls der Märchengarten, in dem über 40 Märchenszenen dargestellt werden. Der Märchengarten wurde im Jahr 1959 auf Initiative von Albert Schöchle gegründet, der 1957 auf einer Fahrt zum Einkauf von Tieren zufällig den niederländischen Märchenwald im heutigen Freizeitpark Efteling in Kaatsheuvel bei Tilburg kennenlernte. Da Schöchle gerade auf der Suche nach einer neuen Attraktion für den Park war, griff er die Anregung mit Begeisterung auf, rechnete aber nicht damit, wie schwierig es war, die Aufsichtsratsmitglieder in Ludwigsburg von dem Projekt zu überzeugen. Schließlich gelang es ihm durch einen gemeinsamen Besuch des niederländischen Märchengartens, den er bewusst auf einen Sonntag legte; die großen Besuchermassen an diesem Tag dort überzeugten.

 

Bilder: © 1990 - 2022 Alle Rechte vorbehalten, Raimund Stoll
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